Wähler, die Faschisten wählen, sind …

Veröffentlicht am 03.11.2019 in Kreisverband

… so lautete unsere Schnellumfrage nach der Thüringenwahl und das Ergebnis ist einerseits beruhigend, andererseits verwirrend.

Beruhigend, weil sehr offensichtlich niemand der AfD den hanebüchenen Narrativ von der bürgerlichen Mitte abkauft und auch nicht die Mär vom besorgten Bürger. Nur je fünf mal wurden diese beiden Antwortmöglichkeiten genannt.

Am häufigsten wurde aber davon ausgegangen, dass Wähler, die Faschisten wählen, auch selbst Faschisten sind. Das ist sehr nachvollziehbar, da der Spitzenkandidat der Thüringen-AfD immer wieder durch Äußerungen auffiel, die man auch gerichtssicher als faschistisch bezeichnen darf.

Beispiel gefällig? Diese „Rezension“ seines Buches listet viele klar faschistische Äußerungen Höckes auf.

Verwirrend ist das Ergebnis deshalb, weil doch sehr viele Menschen die AfD-Wähler für Protestwähler halten. Das mag von hier unten im Südwesten aus so aussehen, aber ich kann das nicht nachvollziehen. Auch Umfragen nach der Wahl deuten darauf hin, dass dem nicht so ist. Die 24% Thüringer haben AfD gewählt weil Höcke Faschist ist. Eine Blitzanalyse des ZDF hat ebenfalls ergeben, dass die Braunen zu fast 70% wegen ihrer “Inhalte” gewählt werden.

Diese These ist genauso ernüchternd, wie nachvollziehbar. Am meisten Stimmen haben die Rechtsradikalen schließlich von jungen Menschen bekommen und das ist die glasklare Folge der jahrzehntelangen „Jugendarbeit“ der Nazis im Osten, die in sehr beklemmender Weise in diesem Artikel beschrieben wird. Noch schlimmer sind aber diese Schilderung der 90er und 2000er Jahre. In „national befreiten Zonen“ wurden (und werden?) völlig ungestört Andersdenkende durch die Stadt gejagt und zum Teil ins Koma geprügelt.

Blockwartfantasien und heraufbeschworene Angstszenarien und Untergangsmythen sind auch für unsere Kreisvorsitzende ein zentraler Teil der Naziideologie, die sich hier den Weg bricht. Das hat sie unmittelbar nach der Wahl in einem Video genauer dargelegt:

Es tut mir leid: Naziwähler sind keine Protestwähler. Naziwähler wählen Nazis, weil die Nazidinge sagen und tun.

In Thüringen. Und hier.

Oswald Prucker

 

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