Landesregierung verbockt gute Flüchtlingsunterbringung

Veröffentlicht am 15.10.2022 in Kreisverband

Gestern in der Kreisvorstandssitzung haben wir uns intensiv mit dem Thema Flüchtlinge und ihre Unterbringung hier im Landkreis befasst. Und was soll ich sagen, es ist ein Trauerspiel.

Derzeit kommen wieder sehr viele Menschen nach Deutschland, die aus den verschiedensten Gründen keine Möglichkeit mehr sehen, in ihrer Heimat zu leben. Zum einen sind dies wieder vermehrt Ukrainerinnen mit ihren Kindern, die zum Teil bislang in sehr dürftigen Behausungen in Polen ausgeharrt haben, in denen sie aber im Winter nicht wohnen können. Zum anderen kommen momentan bei uns wieder mehr Menschen aus Afghanistan, Syrien und dem Irak an. Kriege, Unterdrückung oder der Klimawandel werden auch in Zukunft eher zu mehr Fluchtbewegungen führen.

Das müsste eigentlich jedem klar sein. Dennoch hat die Grün-Schwarze Landesregierung die Kreise in den letzten paar Jahren genötigt, die Unterkünfte, die 2015/16 für sehr viel Geld aus dem Boden gestampft wurden, wieder aufzulösen. Sowie die kreisweite Belegung unter 80% lag, mussten Unterkünfte aufgegeben werden. Es war nicht möglich, sie einfach still zu legen, um sie irgendwann wieder reaktivieren zu können. In jeder Sitzung der letzten Jahre, in der dies thematisiert wurde, habe ich darauf hingewiesen, dass dieses Vorgehen weder vorausschauend noch nachhaltig ist. Leider waren dem Kreis die Hände gebunden. Und nun haben wir den Salat.

Aufgrund zahlreicher Faktoren geht der Neubau der jetzt dringend benötigten Unterkünfte viel langsamer voran, als geplant. Wir stehen, genau wie 2015, wieder vor der Situation, Menschen in Schulturnhallen unterbringen zu müssen. Könnt ihr euch vorstellen, mit euren Kindern längere Zeit in einer solchen Turnhalle hausen zu müssen? Ich möchte es nicht einmal versuchen. In Kirchzarten werden kommende Woche die ersten Ukrainerinnen und ihre Kinder dies versuchen müssen.

Falls jemand von euch Wohnraum für mindestens mal 6 Monate zur Verfügung stellen kann, sei es eine Einliegerwohnung, eine Ferienwohnung oder, wer sich ein Zusammenleben vorstellen kann, auch ein ungenutztes Kinderzimmer im eigenen Haus, meldet euch bitte bei mir. Ihr müsst das nicht umsonst machen, die Agentur für Arbeit zahlt ganz normale Mietkosten. Da zwei meiner Söhne mittlerweile im Studium sind, hatte ich etwas Platz und habe am 1. April eine junge Frau mit ihren beiden Söhnen hier bei mir aufgenommen. Das WG-Leben funktioniert wunderbar und ich habe es noch keinen Tag bereut. Sie haben sich diesen Krieg nicht ausgesucht und wären wir in der selben Situation, würden wir uns ja auch freuen, wenn uns jemand hilft.

Birte Könnecke

 

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