Keine Abwrackprämie 2.0 für die Boni-Ritter

Veröffentlicht am 04.05.2020 in Bundespolitik

Ich gestehe gleich zu Beginn: Ich habe von der Abwrackprämie 2009 profitiert und was soll ich sagen, die Karre von damals ist halt mittlerweile auch wieder in die Jahre gekommen … Trotzdem: Die Forderung der Autoindustrie nach einer Neuauflage einer wie auch immer gearteten Kaufprämie treibt mir die Zornesröte ins Gesicht.

Interessanterweise habe ich mit dieser Meinung sogar Unterstützung von höchster Stelle: Die Wirtschaftsweise Monika Schnitzer findet diese Forderung der Industrie auch nicht so wirklich schnufte – tatsächlich sogar so gar nicht. Ihre Begründung ist erwartungsgemäß weniger emotional als meine, sogar staubtrocken: Das ist nur Lobbykram und da würden nur zukünftige Käufe vorgezogen.

Ja, die Automobilindustrie ist eine Schlüsselindustrie. Da hängen abertausende von Arbeitsplätzen dran. Auch im Mittelstand. Alles richtig und trotzdem kann ich mir beliebig viele Branchen vorstellen, die eine Hilfe tausend Mal nötiger haben, als ausgerechnet die Konzerne, die zwar Staatshilfen fordern, aber trotzdem Boni und Dividenden zahlen wollen. Auf Nachfrage erklärt der VW-Chef im Fernsehinterview dann zögerlich, dass so was als allerletztes Mittel vielleicht auch noch denkbar wäre. Wie weit kann „Social Distancing“ so gehen?

Ich bin da lieber bei allen Kulturschaffenden, deren Einkommen vollständig weggebrochen sind oder bei den Betrieben des Gastgewerbes, die mit Lieferservice bestenfalls ein Taschengeld erwirtschaften können. Die beiden Gruppen nenne ich beispielhaft und vergesse noch viele andere Branchen, die sich bitte mitgemeint fühlen dürfen. Da soll das Bazooka-Geld von Olaf Scholz hin.

Oswald Prucker

 

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