Generationen im Gespräch

Veröffentlicht am 09.07.2013 in Ortsverein

„Wir haben noch lange nicht gewonnen“
Inge Wettig-Danielmeier schilderte in der Frauenfrage ihre Sicht der Dinge

„Gesellschaftlicher Wandel aus Sicht der Frauen – Was heute selbstverständlich ist musste hart erkämpft werden“. Dies war das Thema einer Veranstaltung, zu der auf Initiative des stellvertretenden Kreis- und Ortsvereinsvorsitzenden Matthias Schmidt der SPD Kreisverband Breisgau-Hochschwarzwald im Gemeindehaus der evangelischen Christusgemeinde in Bad Krozingen eingeladen hatte.

Auf dem Podium diskutierten dabei die langjährige Bundesschatzmeisterin der SPD, Inge Wettig-Danielmeier, sowie die stellvertretende Vorsitzende der Baden-Württembergischen Jungsozialisten, Julia Söhne. Moderiert wurde der Abend, zu dem rund 40 Interessierte gekommen waren, von Luisa Boos. Die Vorsitzende des Sexauer SPD-Ortvereins ist auch Kandidatin ihrer Partei für die 2014 anstehenden Europawahlen.

Der mittlerweile 150-jährige Kampf der SPD um Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit sei immer auch ein Kampf für die Rechte der Frauen gewesen, referierte Inge Wettig-Danielmeier. Zwar hätte Ferdinand Lassalle, der 1863 den Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein gründete, noch für einen gerechteren Lohn gekämpft, der die Männer in der Lage versetzen sollte, ihre Familien besser ernähren zu können, doch schon August Bebel habe sich dann für eine Gleichberechtigung der Frauen stark gemacht. „Hohn und Spott“ habe die SPD von den anderen Parteien geerntet, als sie 1879 das Wahlrecht der Frauen einforderte. Große Schritte in Sachen Gleichberechtigung habe die Partei besonders in der Zeit der sozial-liberalen Regierung unter der Führung von Willy Brandt gemacht, sagte Wettig-Danielmeier. „Wir müssen aber nicht nur die Gleichberechtigung der Frauen politisch durchsetzen, sondern politisch auch die faktischen Möglichkeiten schaffen, die diese Gleichberechtigung möglich machen.“ Dazu gehöre beispielsweise auch die Bezahlung. „Solange Männer im Durchschnitt mehr verdienen als Frauen, sind es im Zweifelsfall die Frauen, die aufgrund familiärer Verpflichtungen dann ihre Arbeit aufgeben müssen,“ sagte die SPD-Politikerin. Sie erinnerte auch daran, dass beim Gleichstellungsprozess beide Geschlechter beteiligt seinen. „Die SPD hat mal mit Schwung und mal wieder lahmer in den vergangenen 150 Jahren für die Gleichstellung der Frauen gekämpft, aber stets eine klare Linie verfolgt“ resümierte Wettig-Danielmeier.

„Viele Frauen merken gar nicht mehr, wie benachteiligt sie sind,“ bedauerte die stellvertretenden Juso-Landesvorsitzende Julia Söhne, die feststellte, das die Formen der Ungleichheit in den vergangenen Jahren „subtiler“ geworden seien. Nicht nur deshalb sei es heute enorm schwierig, junge Frauen zu überzeugen, in der Partei, verantwortliche Positionen einzunehmen. Einig war sich Söhne und Wettig-Danielmeier abschließend darüber, dass Frauen ihre Rechte wieder verlieren, wenn sie sie nicht wahrnehmen.

 

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