Auf einen Kaffee in Bad Krozingen - Ein Interview mit Dr. Birte Könnecke

Veröffentlicht am 15.02.2021 in Ortsverein

Dr. Birte Könnecke

Krozinger Rundschau (KR): Liebe Birte, eigentlich hätte ich mich gerne mit dir in Bad Krozingen in einem Café getroffen, aber coronabedingt ist das aktuell nicht möglich. Aber wenn es doch möglich gewesen wäre und du aussuchen dürftest, wo hätten wir uns getroffen?

Als gebürtige Norddeutsche habe ich mir meine Leidenschaft für schwarzen Tee nie abgewöhnen können. Überall, wo es den gibt, bin ich glücklich.

KR: Du kandidierst für unseren Wahlkreis bei der Landtagswahl am 14. März 2021 für einen Platz im Stuttgarter Landtag. Wer ist der Mensch Birte Könnecke, für den ich mein Kreuzchen setzen kann?

Wie bei jedem Menschen gibt es da viele verschiedene Facetten. Als Tierärztin, die sich beständig für Lebewesen einsetzt, die selber keine Stimme haben, bin ich es gewohnt mich durchsetzen zu müssen. Ich bin verantwortungsbewusst, tatkräftig und gut organisiert. Sonst hätte ich mein Leben mit Beruf, drei Kindern, die ich alleine großgezogen habe und meinem ehrenamtlichen Engagement in der Form nie hinbekommen. Als Mutter und Freundin bin ich aber auch einfach mal lieb und knuffelig.

KR: Bereits 2016 hast du bei der Landtagswahl Baden-Württembergs für unseren Wahlkreis kandidiert. Was treibt dich an, es nochmal zu versuchen?

Ich möchte, dass wir zu einer solidarischen Gesellschaft zurückfinden und habe den Eindruck, dass wir uns in den letzten Jahren eher davon entfernt haben. Die großen Probleme unserer Zeit, sei es aktuell die Corona-Krise, sei es der Klimawandel oder auch die wachsenden Fluchtbewegungen weltweit, werden wir nur gemeinsam lösen können. Mir ist es dabei wichtig, dass wir niemanden zurücklassen, sondern wie-der alle mehr aufeinander achtgeben. In einer Gesellschaft, in der Egoismus und Narzissmus die prägenden Charaktereigenschaften sind, wird es am Ende nur Verlierer geben.

KR: Du kandidierst für die SPD. Warum gerade für diese Partei?

Weil die drei Grundideen Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität für mich keine Worthülsen sind, sondern die Basis der Gesellschaft, in der ich leben möchte. Die SPD hat sich für die Landtagswahl „Das Wichtige jetzt“ auf die Fahnen geschrieben und genau das möchte ich gemeinsam mit den Menschen in unserem Land anpacken. Gerade bei den Themen Arbeit, Bildung, Gesundheit und Pflege, Wohnen und Klimaschutz gibt es so vieles, was verändert und verbessert werden muss. Die SPD hat hier konkrete und gute Ideen und Lösungen.

KR: Die Corona-Pandemie erlaubt keinen Wahlkampf, wie wir ihn von früheren Jahren kennen. Veranstaltungen, Türbesuche, Infostände. Wie gehst du damit um?

Wir sind schon seit einigen Jahren sehr aktiv in den sozialen Medien wie Facebook, Instagram, Youtube oder Twitter. Das kommt uns jetzt natürlich zu Nutze. Aber es ist auch klar, dass man darüber nur einen eng umschriebenen Kreis an Menschen erreicht.

Durch meine Arbeit als Kreisvorsitzende und insbesondere als Kreisrätin und sozialpolitische Sprecherin konnte ich in den letzten Jahren einiges bewegen, was auch wahrgenommen wurde. Ansonsten werden wir natürlich versuchen, im Wahlkreis irgendwie coronakonform präsent zu sein.

KR: Auf YouTube hast du einen Video-Podcast namens Rotwild-Gespräche. Darin führst du Video-Interviews mit teilweise prominenten Teilnehmern zu unterschiedlichen Themen. Wie kamst du auf diese Idee und wie kommt sie beim Publikum an?

Das haben wir tatsächlich schon vor Corona gemacht. Das Konzept der Hinterzimmer-Veranstaltungen, zu denen man einen Promi einlädt, hat sich in den letzten Jahren immer mehr als überholt erwiesen.

Die Menschen haben so viele Möglichkeiten, sich zu informieren. Da war es naheliegend, Gespräche oder auch Einzelvideos zu bestimmten Themen aufzuzeichnen und somit einer größeren Zuschauerschaft dauerhaft zur Verfügung zu stellen. Und für meine Gesprächspartner entfällt der oft doch sehr weite Anreiseweg. Die Gespräche mit Sigmar Gabriel und Raul Krauthausen wären sonst schwieriger umzusetzen gewesen.

KR: Sind bereits weitere Rotwild-Gespräche in Planung?

Wir haben die Rotwild-Gespräche jetzt mit dem Sonntagsplausch, den ich auf Facebook anbiete, gekoppelt. So kann man sie entweder direkt live verfolgen oder später auf Youtube anschauen. Da greifen wir aktuelle Themen mit Gesprächspartnern aus der Region auf. Auch mit Hubertus Heil ist ein Gespräch in Planung.

KR: Aktuell scheint Corona als Thema alles andere zu überlagern. Ist es deiner Meinung nach auch DAS wichtige Thema für die Landtagswahl? Macht unsere jetzige Regierung da einen guten Job?

Corona hat einiges nachhaltig verändert und in vielen Bereichen Defizite aufgezeigt. Wie alle hoffe ich aber darauf, dass mit der Impfung jetzt Stück für Stück eine Rückkehr zu mehr Normalität möglich sein wird. Ich denke, wir sollten uns darauf konzentrieren, die Nachteile, die für viele Menschen entstanden sind, abzufedern und die Defizite, z.B. im Bereich Digitalisierung und Bildung endlich anzupacken. Gleichzeitig würde ich mir wünschen, dass wir auch einiges beibehalten, was sich jetzt zwangsweise entwickelt hat. Man muss nicht wegen jeder Besprechung ewig in der Gegend rumfahren. Videokonferenzen bleiben hoffentlich ein sinnvoller Bestandteil.

Auch wenn ich kein Freund davon war, wieder in einer große Koalition einzutreten, war ich in dieser Krise doch sehr froh, die SPD als soziales Gewissen in der Regierung zu haben.

Für die Landtagswahl gibt es aber noch viele weitere Themen. Die Wohnungsnot, der Pflegenotstand, die Probleme mit der Ärzteversorgung, der Klimawandel und damit einhergehend die Notwendigkeit, den ÖPNV attraktiver und günstiger zu gestalten, das alles ist ja nicht weniger geworden.

KR: Was ist für dich DAS wichtige Thema, für das du dich in Stuttgart einsetzen möchtest?

Der ländliche Raum hat andere Bedürfnisse und Themen als eine Großstadt und das wird in Stuttgart zu oft aus den Augen verloren. Ich bin Tierärztin, habe selber jahrelang auf einem Bauernhof gelebt und gearbeitet und komme vom Dorf. Diese Sichtweise möchte ich bei allen oben angeführten Themen mit reinbringen.

KR: Wenn Du eine Sache für Baden-Württemberg ändern könntest, was wäre das?

Ich würde dem Land eine rot-grüne Landesregierung bescheren.

KR: Damit das gelingen kann, möchten wir dich natürlich wo immer möglich unterstützen. Wir wünschen Dir weiterhin viel Energie im Wahlkampf und ein gutes Ergebnis am 14. März.

Das Interview führte für die Krozinger Rundschau (KR) Andreas Eckerle

 

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